Die antike Olivenölkultur im Orient

Ölbäume existierten in Nordafrika bereits in der Altsteinzeit. Schon vor 6.000 Jahren begann der konzertierte Anbau von Olivenbäumen im antiken Tunesien. Später forcierten dann die alten Römer Tunesiens reiche Kultur des Olivenöls. So verwuchs das Land über einige Jahrtausende mit der Produktion hochwertigen Olivenöls.

Die Römer machten aus Tunesien die Olivenölzentrale

Etwa 50 vor Christus wurde die römische Provinz Africa zum herausragenden Lieferanten für Olivenöl nach Rom als Machtzentrum. Africa gedieh in dieser Rolle wie Ägypten gerade im zweiten und dritten Jahrhundert. Mit das beste Olivenöl seiner Zeit stammte aus dieser Region. So erzeugte auch tunesisches Olivenöl ein dichtes Siedlungsnetz. Insgesamt sammelte Africa damit wie Numidien bedeutsamen Reichtum an. Sechs goldene Jahrhunderte lang blühte der dortige Wohlstand. So prägte die massive antike Olivenölproduktion auch kulturelles Leben, etwa Mosaikkunst und Architektur. Beispielsweise errichteten die Römer ihr legendäres El Djem als Amphitheater für die ölproduzierende Bevölkerung. Dieses drittgrößte römische Amphitheater zeigt sich noch heute sehr gut erhalten – auch wegen des immensen damaligen Reichtums aus dem Ölhandel

Seit Jahrhunderten ein wertvoller Rohstoff

Produkte aus Ölbäumen nutzten Menschen auf verschiedene Weisen im mediterranen Alltag. So dienten Olivenöl wie Tafeloliven als tägliche Lebensmittel. Das beste Olivenöl pflegte Marmorfußböden und konservierte Nahrungsmittel. Auch Waffen sowie Leder lassen sich damit bestens fetten. Schließlich ließ sich auch Lampenöl für künstliche Helligkeit aus dem wertvollen Baum gewinnen. Seine Blätter taugten als Heilmittel, während seine Harze wohlriechenden Weihrauch lieferten. Natives Olivenöl avancierte zur beliebten Opfer– und Grabbeigabe. In diesem Sinne existierte biologisches Olivenöl schon vor Jahrtausenden als Handelsobjekt, wenn es wohl in Zeiten naturnaher Produktion kaum als Bio Olivenöl angepriesen sein worden dürfte.


Die Tunesier haben den Spanier das Pressen von Olivenöl gelehrt

So lehrten Tunesier ihre spanischen Nachbarn um 150 vor Christus das Pressen des Olivenöls. Damit vermehrte sich tunesisches Wissen zur vielfältigen Kultivierung der ölhaltigen Früchte auf der gesamten iberischen Halbinsel. Gutes Olivenöl war damals wie heute klar mit Tunesien verknüpft – Olivenöl kaufen verbanden Händler schon in jener Zeit nahezu synonym mit Handelsreisen nach Tunesien.

Jene Handelswege sowie finanzielle Beziehungen der Antike existieren teils noch heute. Doch auch ganz unabhängig vom Römischen Reich unterrichten sich diverse Tunesische Volksgruppen zur Produktion und Nutzung des Olivenöls.

 

Heute machen ausgedehnte Olivenkulturen Tunesien zum bedeutendsten Exporteur von Olivenöl. Sehr gutes Olivenöl kaufen Händler heute wie vor Jahrtausenden aus Tunesien – ob Bio Olivenöl (Biologisches Olivenöl) oder Tunesisches Olivenöl aus regulärer Produktion. Diese hat auch heute noch einen hohen Stellenwert.